16.07.2006

Mithilfe zum Suizd

medium_suizid.jpegErklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, zur Stellungnahme des Nationalen Ethikrates "Selbstbestimmung und Fürsorge am Lebensende" am 13. Juli 2006
"Es ist eine Aufgabe aller, das Vertrauen der Sterbenden in den ihnen geschuldeten Beistand zu festigen"


BONN, 14. Juli 2006 (ZENIT.org).- Am gestrigen Donnerstag hat der Nationale Ethikrat eine 62-seitige Stellungnahme (pdf-Format) zum Thema Sterbebegleitung vorgestellt, die insgesamt positiv aufgenommen wurde, jedoch auch Anlass zu kritischen Anfragen gab.

Zu einigen wichtigen Fragen war es unter den Mitgliedern des Expertengremiums zu keinen einstimmigen Antworten gekommen, und ihre Begründungen blieben, wie das "Ergänzende Votum" am Ende der Stellungnahme feststellt, "an manchen Stellen zu undeutlich".

Wörtlich heißt es in dieser Ergänzung, die vom Augsburger Weihbischof Anton Losinger, dem Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien, Dr. Peter Radtke, sowie dem Theologieprofessor Dr. Eberhard Schockenhoff unterzeichnet wurde: "Sie zeichnen ein Bild vom Menschen, das einseitig an den Idealen von Selbstbestimmung, Autonomie und Unabhängigkeit ausgerichtet ist." Die Achtung vor der Würde des schwer kranken und sterbenden Menschen erfordere jedoch "mehr als bloßen Respekt vor einer angeblich unbeeinflussten Selbstbestimmung", fügten sie hinzu. "Die Achtung vor der Person des Schwerkranken und Sterbenden erfordert daher die Bereitschaft, ihm in der letzten Phase seines Lebens verlässlich beizustehen; dazu gehört auch das gemeinsame Warten auf den Tod und das Dabeibleiben, das den Sterbenden nicht seiner Einsamkeit und Not überlässt."